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    Gesamtschule Neunkirchen
    Haspelstraße
    6538 Neunkirchen
    Tel (0 68 21) 9 82 40
    Fax (0 68 21) 98 24 28
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  • Rahmenbedingungen

    • Träger (Dienst- und Fachaufsicht): Arbeiterwohlfahrt Saarland
    • Finanzierung: Zu 100 % durch Kultusministerium
    • Kooperationsvertrag zwischen Kultusministerium und Arbeiterwohlfahrt
    • Gemeinsam erarbeitetes Konzept als Grundlage
    • Kooperationsausschuß, der sich zusammensetzt aus: Schulleiter, Lehrervertreterin, Trägervertreter, Schulsozialarbeiter/innen
    • Zwei Stellen (unbefristet), drei Beschäftigte (2 Soz.päd., 1 Sozialwissenschaftler)
      Bezahlung: Bat IVb (Bund-Länder-Tarif)
    • Regelarbeitszeit: 43,5 Std. (Basis: Arbeitszeit öffentlicher Dienst 38,5 Std. und 30 Tage Urlaub; die Schulferien sind frei und werden herausgearbeitet)

    Einrichtung der Jugendhilfe im Lebensraum Schule

    • Unterschiedliche, miteinander verbundene Jugendhilfeangebote nach KJHG
    • Im Alltag von Kindern und Jugendlichen präsent und für alle ohne große Umstände erreichbar
    • Offensive und lebensweltorientierte Sozialpädagogik
    • Anwaltschaftliche Funktion für Kinder und Jugendliche
    • Keine Beschränkung auf “Problemgruppen”, sondern offen für alle Schüler/innen
    • Eigener sozialpädagogischer Handlungsansatz.
    • Trägerschaft bei der Arbeiterwohlfahrt und Vernetzung mit örtlicher Jugendhilfe
    • Systematische und alltägliche Kooperation mit der Schule
    • Bindeglied zwischen Schule und ihrem sozialen Umfeld

    Entwicklung

    Neunkirchen ist die zweitgrößte Stadt im Saarland. Mehr als hundert Jahre lang war die Stadt von den Neunkirchner Eisenwerken geprägt. Seit dem letzten Abstich im August 1982 durchlebt sie einen tiefgreifenden Wandel, der gekennzeichnet ist vom fast vollständigen Zusammenbruch des bisherigen industriellen Lebens. Seitdem wird versucht, die Stadt zu einem Handels- und Dienstleistungszentrum des östlichen Saarlandes auszubauen. Doch charakteristisch ist das Bild, das sich beim Anblick von einer der umliegenden Höhen ergibt: Dort, wo früher mitten in der Stadt die Hütte stand, ist jetzt eine 100 ha große Industriebrache, die sich nur langsam mit neuem Leben füllt; Brachen gibt es auch in vielen anderen Bereichen des städtischen Lebens.

    Die Errichtung der Gesamtschule Neunkirchen als bisher einziger Ganztags-Gesamtschule im Saarland vollzog sich vor dem Hintergrund der großen sozialen Probleme der Stadt. Eine wichtige Rolle spielte eine Bürgerinitiative, in der sich damals auch der jetzige Schulleiter engagierte und die sich ganz dezidiert für eine Ganztagsschule eingesetzt hat, um Defizite des sozialen Umfelds zu kompensieren und somit die Zukunftschancen der Kinder zu verbessern. Deshalb wurde auch die Einrichtung von Schulsozialarbeit geplant.

    Die Schulsozialarbeit an der Gesamtschule Neunkirchen verdankt ihr Entstehen zum Teil Gegnern der Ganztagsschule. Ihnen war es 1986 bei Gründung der Schule gelungen, die geplante Ganztagsform per einstweiliger Verfügung zunächst zu verhindern, weil sie angeblich nicht durch die saarländischen Schulgesetze abgedeckt sei. 170 Schüler, die von ihren Eltern auf einer Ganztagsschule angemeldet waren, mußten sich von heute auf morgen mit der Halbtagsform begnügen. Um die damit verbundenen Probleme wenigstens zu einem Teil aufzufangen, entstand das Projekt Schulsozialarbeit zur Absicherung nachmittäglicher Förder- und Freizeitangebote. Auf ABM-Basis wurden 4 Lehrer und 2 Sozialpädagogen eingestellt. Träger war und ist die Arbeiterwohlfahrt.

    Als die Schule 1988 doch Ganztagsschule wurde, gingen die 4 Lehrer in den normalen Schuldienst – sie sind alle bis zum heutigen Tag Lehrer/innen an der Gesamtschule Neunkirchen – und die Schulsozialarbeit wurde zu einer Regeleinrichtung mit 2 Stellen (eine Frau und ein Mann). Die personelle Fluktuation war anfangs recht groß. Seitdem die Stellen unbefristet sind und die Schulsozialarbeit ihr eigenes Profil entwickelt hat, ist auch eine personelle Kontinuität eingekehrt.

    1989 wurde zwischen dem Kultusministerium und der Arbeiterwohlfahrt ein Kooperationsvertrag abgeschlossen, mit dem die Schulsozialarbeit auf Dauer mit unbefristeten Stellen und durch das Kultusministerium gesicherter Finanzierung fest etabliert wurde. Für die Kooperationspartner war damit eine berechenbare Grundlage geschaffen und für die Schüler/innen ein verläßliches Hilfsangebot.

    War die Schulsozialarbeit anfangs im Verwaltungstrakt neben der Schulleitung in einem gemeinsamen Büro mit den Integrationslehrern untergebracht, verbesserten sich 1991 die räumlichen Verhältnisse: Die Schulsozialarbeit erhielt ein eigenes Büro im Freizeitbereich, Kellerräume für eine Disko und eine Teestube. Später (1995 und 1998) kamen noch ein Gruppenraum und ein zweites Büro dazu. Außerdem bekam die Schulsozialarbeit einen eigenen Telefonanschluß.

    Anfangs waren die Schulsozialarbeiter/innen jeweils fest in die Lehrerteams der unteren beiden Jahrgänge eingebunden. Im Zuge der stärkeren Entwicklung des sozialpädagogischen Handlungsansatzes entstand ein eigenes Team der Schulsozialarbeit und die Konzentration auf die unteren Jahrgänge wurde aufgegeben. Inzwischen haben sich Hilfen zur Bewältigung des Übergangs von der Schule in den Beruf zu einem wichtigen Schwerpunkt entwickelt.

    Lange hatte die Schulsozialarbeit ohne schriftlich ausgearbeitetes Konzept gearbeitet, was immer wieder zu Mißverständnissen und Reibungsverlusten führte. 1995 wurde mit der Erarbeitung eines Konzeptes begonnen – ein Prozeß, der sich über fast zwei Jahre hinzog, der aber wichtige Grundfragen geklärt hat und in den alle Beteiligten einbezogen waren.

    1997 wurde die Teestube in einen Mädchentreff umgewandelt, um vor allem jüngeren Mädchen einen Freiraum zu geben, in dem sie sich von Jungen ungestört und unbelästigt entfalten können.

    1999 wurde damit begonnen, für die einzelnen Angebote der Schulsozialarbeit detaillierte Leistungsbeschreibungen zu erstellen, um die alltägliche Arbeit weiter zu qualifizieren.

    Charakteristisch für die Geschichte der Schulsozialarebit an der Gesamtschule Neunkirchen ist also, daß erst einmal mit der Arbeit begonnen wurde und erst nach und nach die organisatorischen Voraussetzungen und die inhaltlichen Grundlagen geschaffen wurden.