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    Gesamtschule Neunkirchen
    Haspelstraße
    66538 Neunkirchen
    Tel (0 68 21) 9 82 40
    Fax (0 68 21) 98 24 28
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  • Auftaktveranstaltung “Angola” (der Aktion Tagwerk)

    Dienstag 19. September 2006

    Am Dienstag, dem 12. September 2006 gab es in der Gesamtschule Neunkirchen eine kulturelle Veranstaltung zum Thema “Angola” . Der Beginn war um 9:30 Uhr in der Aula mit Vorträgen und einer Power Point Show von Mitarbeitern der Mainzer Stiftung “Aktion Tagwerk e.V.” vor Schülern der Oberstufe sowie der Jahrgangsstufen 9 und 10. Später konnten Schüler der Jahrgangsstufe 5 von Kindern in Angola selbst hergestellte Spielzeuge bewundern.
    Im Jahr 2005 beteiligten sich im Saarland 13 Schulen beim 1. bundesdeutschen Sozialen Tag.
    Am 19. Juni 2007 haben interessierte Schüler der Gesamtschule Gelegenheit, in Neunkirchen bei Nachbarn oder in Betrieben zu arbeiten.Zu diesem Anlaß werden noch Betriebe gesucht, bei denen unsere Schüler für einen Tag arbeiten können.Für diesen “praktischen” Tag sind die Schüler voll versichert und vom Unterricht befreit. Ihr Lohn wird von der Aktion Tagwerk nach Angola weitergeleitet und dient dem Bau einer Schule in Alto Dondo.

    Der Lehrer Meinolf Wulf hat in den 1990er Jahren fünf Jahre in Angola als Logistik- und Administration-Officer für Flüchtlingsorganisationen gerabeitet.

    Hier sein kurzer Landesbericht über Angola:
    “Gestern war die dunkle Nacht des Kolonialismus. Heute ist das Leiden des Krieges, aber das Morgen wird das Paradies sein. Dieses Morgen ist nie gekommen – nur ein ewiges Heute.” (Pepetela, Schriftsteller aus Angola)
    In Angola stirbt alle 3 Minuten ein Kind ! Das Riesenland im Südwesten Afrikas (14 x größer als seine ehemalige Kolonialmacht Portugal) könnte neben Südafrika eines der reichsten afrikanischen Länder sein – es ist gesegnet mit Erdöl, Diamanten, genug Flüssen und Stauseen für Wasserkraft sowie fruchtbarem Boden. Aber seit 1961 herrscht Krieg und auch nach dem Tod des brutalen UNITA Chef Jonas Savimbi 2002 sind Hunger und bittere Armut allgegenwärtig. Nach 500 Jahren portugiesischem Kolonialismus gelang es der seit 1961 kämpfenden Befreiungsbewegung MPLA (Movimento Popular para a Libertacao de Angola = Volksbewegung für die Befreiung Angolas) direkt im Anschluß an die portugiesische Nelkenrevolution vom 25. April 1974, den Kolonialismus zu stürzen. Die revolutionäre “Bewegung der Streitkräfte” (MFA = Movimento das Forcas Armadas), die aus portugiesischen Unteroffizieren bestand, stürzte Europas ältestes faschistisches Regime (seit 1926 !) über Nacht. Das MFA drängte auf zügige Unabhängigkeit der Kolonien. Der letzte portugiesische Governeur in Angola, der “Rote Admiral” Rosa Coutinho machte den Weg frei für Angolas 1. Präsidenten, Dr. Agostinho Neto (Arzt und Poet). Aber am Tag der Unabhängigkeit im November 1975 standen Soldaten des Arpartheid-Regimes Südafrikas kurz vor der Hauptstadt Luandas und hatten große Teile des Landes unter Kontrolle während im Norden Söldner aus Zaire (im Auftrag der USA) waren. Eine sofort einsetzende kabanische Militärintervention vertrieb die ausländischen Soldaten. 1977 schossen angolanisch / kubanische Truppen in einer Nacht 30 südafrikanische Kampfjets über dem Ort Cuito Cuanevale ab, worauf Südafrika sich endgültig in das von ihnen besetzte Namibia zurückzogen und der rassistische Präsident Vorster zurücktreten mußte.
    In den 1980er Jahren empfing US Präsident- Ronald Reagan den brutalen Rebellenchef Jonas Savimbi sogar im Weißen Haus. Sein hemmungsloser Krieg von 1975-2002 bewirkte:

    • die Verarmung von Millionen, ein Heer von Vagabunden, Prostituierten, Schmugglern und Straßenkindern
    • ca. 10 K, lange Slums in allen Himmelsrichtungen (Flüchtlinge aus den Provinzen)
    • neben Afghanistan die höchste Quote von Beinamputierten durch (anti-personal) Landminen
    • insgesamt ca. 14 Millionen Landminen (kommt der Einwohnerzahl gleich) – deshalb ist Landwirtschaft z.Z. unmöglich
      Blutdiamanten, die nach Antwerpen und Tel Aviv geschmuggelt werden
    • illegaler Waffenschmuggel über die Grenze von und nach Sambia
    • hohe Bandenkriminalität von entmilitarisierten Soldaten und auch Kindersoldaten
    • zehntausende von Flüchtlingen im Nachbarland Sambia.



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